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Fachinformation zu Natriumiodid (123-I) GE Healthcare, Hartgelatinekapseln:GE Healthcare AG
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Fahrtücht.Unerw.WirkungenÜberdos.Eigensch.Pharm.kinetikPräklin.Sonstige H.Swissmedic-Nr.
PackungenReg.InhaberStand d. Info. 

Zusammensetzung

Wirkstoff:
Natriumiodid (123I), 3,7 - 7,4 - 11,1 - 18,5 - 37 MBq / Kapsel am Kalibrierungstermin (genaue Aktivität siehe Fläschchenetikette).
Hilfsstoffe:
Excip. pro capsula.
Spezifikationen:
Radiochemische Reinheit: ≥ 99%
Radionuklidreinheit: ≥ 99,95%
wichtigste Verunreinigungen I-125 und Te-121: ≤ 0,05%
Kalibrationszeitpunkt: siehe Lieferschein und Packungsetiketten.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Hartgelatinekapsel zur oralen Verabreichung mit Natriumiodid (123I), 3,7 - 7,4 - 11,1 - 18,5 - 37 MBq / Kapsel am Kalibrierungstermin (genaue Aktivität siehe Fläschchenetikette).
Verwendungsfertiges Radiodiagnostikum zur direkten Anwendung.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Funktionelle oder morphologische Untersuchung der Schilddrüse:
·Radioiod-Aufnahmetest zur Erfassung von Schilddrüsenfunktionsstörungen als Ergänzung der herkömmlichen Untersuchung (z.B. T3, T4 und TSH) und zur Vorbereitung (insbesondere zur Berechnung der erforderlichen Strahlendosis) einer Radioiodtherapie.
·Szintigrafische Darstellung der Schilddrüse, insbesondere zum Nachweis von Noduli und

Dosierung/Anwendung

Die empfohlene Dosierung beträgt:
a) Für Erwachsene mit einem durchschnittlichen Körpergewicht von 70 kg
• 4 MBq für den Radio-Iod-Test
• 11-15 MBq für die Schilddrüse-Szintigrafie
b) Für Kinder ist die zu verabreichende Dosis wie folgt zu berechnen:
Akt. Erwachsener (MBq) x Gewicht Kind (kg)
Aktivität Kind (MBq) = 70 kg
Die Szintigrafie kann frühestens 60 Minuten nach der Applikation von 123I-Natriumiodid erfolgen. Für eine optimale Darstellung sollte sie nach 3 bis 6 Stunden verrichtet werden.
Art und Dauer der Anwendung
123l-Natriumiodid GE Healthcare, Hartgelatinekapseln sind nur zur einmaligen oralen Anwendung bestimmt. Die Kapsel wird mit lauwarmem Wasser eingenommen. Die Kapsel darf nicht gelutscht oder gekaut werden.
Eine Wiederholung der Untersuchung sollte nach frühestens 10 Tagen in Erwägung gezogen werden.
·gestörtem lsotopeneinbau.
Strahlenexposition
Die absorbierte Strahlendosis ist von der dem Funktionszustand des Schilddrüsengewebes entsprechenden lodaufnahme abhängig. Die ICRP-Daten (ICRP Nr. 53, 1988) beziehen sich auf die intravenöse Verabreichung von Natriumiodid. Aufgrund der raschen und vollständigen Resorption van Radio-Iod im gastrointestinalen Trakt sind sie auch für die orale Verabreichung anwendbar.
Die Exposition der Magenwand durch 123I-lodid ist jedoch bei einer mittleren Verweildauer des Arzneimittels im Magen von 30 Minuten um ca. 45% gegenüber der Exkretion nach i.v. Verabreichung (Exkretion des Nuklids in Magensaft und Speichel) erhöht.
Die effektiven Äquivalenzdosen wurden aus der Strahlenexposition der 6 Standardorgane (Knochenoberfläche, Brustdrüse, Lunge, Gonaden, rotes Knochenmark, Schilddrüse) und der 5 zusätzlichen (mit einem Asterisk *
bezeichneten) Organe mit der höchsten absorbierten Dosis berechnet.

STRAHLENEXPOSITION BEI BLOCKIERTER SCHILDDRÜSE, AUFNAHME 0%Absorbierte Dosis pro verabreichte Aktivität (µGy/MBq)

Organ

Erwachsener

15 Jahre

10 Jahre

5 Jahre

1 Jahr

Nebennieren

7,0

8,7

14,0

21,0

39,0

*Blasenwand

90,0

110,0

160,0

240,0

450,0

Knochenoberfläche

8,1

9,7

15,0

24,0

46,0

Brustdrüse

5,6

5,6

8,1

13,0

25,0

GI Trakt Magenwand *Dünndarm *Oberer Dickdarm *Unterer Dickdarm

  6,98,58,09,7

  8,510,09,912,0

  14,016,015,019,0

  21,025,024,029,0

  37,46,043,054,0

*Nieren

11,0

14,0

20,0

29,0

51,0

Leber

6,7

8,2

13,0

20,0

37,0

Lungen

6,1

7,8

12,0

19,0

35,0

Ovarien

9,8

12,0

19,0

30,0

53,0

Pankreas

7,6

9,1

14,0

22,0

41,0

Rotes Knochenmark

9,4

11,0

17,0

26,0

47,0

Milz

7,0

8,3

13,0

20,0

37,0

Testes

6,9

9,4

15,0

25,0

48,0

Schilddrüse

5,1

7,7

12,0

20,0

37,0

Uterus

14,0

17,0

28,0

43,0

76,0

Anderes Gewebe

6,4

7,7

12,0

19,0

35,0

Effektive Dosis (µSv/MBq)

13,0

16,0

24,0

37,0

67,0

Strahlenexposition bei unvollständiger Schilddrüsenblockade:
Effektive Dosis (µSv/MBq) bei geringer Schilddrüsenaufnahme:

Aufnahme 0,5%

16,0

20,0

31,0

52,0

96,0

Aufnahme 1,0%

19,0

25,0

38,0

67,0

130,0

Aufnahme 2,0%

25,0

34,0

52,0

99,0

180,0

Strahlenexposition durch Radionuklidverunreinigungen
Durch Radionuklidverunreinigungen (Iod-125 und TeIlur-121) erhöht sich die effektive Dosis zum Kalibrierungstermin um etwa 0,5 % und am Verfalltag um 3%.

STRAHLENEXPOSITION BEI BLOCKIERTER SCHILDDRÜSE, AUFNAHME 15%Absorbierte Dosis pro verabreichte Aktivitat (µGy/MBq)

Organ

Erwachsener

15 Jahre

10 Jahre

5 Jahre

1 Jahr

Nebennieren

6,3

8,3

13,0

20,0

37,0

*Blasenwand

76,0

95,0

140,0

21,0

380,0

Knochenoberfläche

71

9,1

14,0

220

410

Brustdrüse

4,7

4,7

7,3

120

230

GI Trakt Magenwand *Dünndarm *Oberer Dickdarm *Unterer Dickdarm

  68,043,018,011,0

  85,054,019,014,0

  120,091,029,022,0

  200,0140,045,033,0

  380,0270,077,060,0

Nieren

10,0

13,0

18,0

27,0

46,0

Leber

6,2

7,6

13,0

21,0

38,0

Lungen

5,7

7,2

11,0

18,0

34,0

Ovarien

12,0

16,0

25,0

38,0

68,0

*Pankreas

14,0

16,0

24,0

35,0

61,0

Rotes Knochenmark

9,4

12,0

17,0

25,0

43,0

Milz

9,5

11,0

17,0

25,0

44,0

Testes

5,3

7,2

12,0

25,0

38,0

Schilddrüse

1900,0

3000,0

4500,0

9800,0

19000,0

Uterus

15,0

19,0

31,0

49,0

86,0

Anderes Gewebe

6,8

8,5

13,0

21,0

39,0

Effektive Dosis (µSv/MBq)

75,0

110,0

170,0

350,0

650,0

Strahlenexposition durch Radionuklidverunreinigungen
Durch Radionuklidverunreinigungen (lod-125 und TeIlur-121) erhöht sich die effektive Dosis zum Kalibrierungstermin um etwa 0,6% und am Verfalltag um 4%.

STRAHLENEXPOSITION BEI BLOCKIERTER SCHILDDRÜSE, AUFNAHME 35%Absorbierte Dosis pro verabreichte Aktivitat (µGy/MBq)

Organ

Erwachsener

15 Jahre

10 Jahre

5 Jahre

1 Jahr

Nebennieren

6,5

8,4

13,0

21,0

38,0

*Blasenwand

60,0

74,0

110,0

160,0

300,0

Knochenoberfläche

7,9

11,0

16,0

25,0

46,0

Brustdrüse

5,2

5,2

8,5

15,0

27,0

GI Trakt Magenwand *Dünndarm *Oberer Dickdarm *Unterer Dickdarm

  68,042,018,010,0

  85,054,019,014,0

  120,090,029,021,0

  200,0140,045,032,0

  380,0270,076,058,0

Nieren

9,1

11,0

16,0

24,0

41,0

Leber

6,3

7,8

13,0

21,0

40,0

Lungen

6,5

8,6

14,0

22,0

42,0

Ovarien

11,0

15,0

24,0

37,0

66,0

*Pankreas

14,0

16,0

24,0

36,0

62,0

Rotes Knochenmark

10,0

13,0

19,0

28,0

48,0

Milz

9,6

11,0

17,0

25,0

45,0

Testes

5,0

6,8

11,0

18,0

35,0

Schilddrüse

4500,0

7000,0

11000,0

23000,0

43000,0

Uterus

14,0

17,0

29,0

44,0

79,0

Anderes Gewebe

8,0

10,0

16,0

26,0

49,0

Effektive Dosis (µSv/MBq)

150,0

230,0

350,0

740,0

1400,0

Strahlenexposition durch Radionuklidverunreinigungen
Durch Radionuklidverunreinigungen (Iod-125 und Tellur-121) erhöht sich die effektive Dosis zum Kalibrierungstermin um etwa 0,6 % und am Verfalltag um 4%.

STRAHLENEXPOSITION BEI BLOCKIERTER SCHILDDRÜSE, AUFNAHME 55%Absorbierte Dosis pro verabreichte Aktivitat (µGy/MBq)

Organ

Erwachsener

15 Jahre

10 Jahre

5 Jahre

1 Jahr

Nebennieren

6,5

8,5

14,0

21,0

39,0

*Blasenwand

43,0

53,0

79,0

120,0

220,0

Knochenoberfläche

8,6

12,0

18,0

28,0

51,0

Brustdrüse

5,6

5,6

9,5

17,0

31,0

GI Trakt Magenwand *Dünndarm *Oberer Dickdarm *Unterer Dickdarm

  68,042,018,09,8

  85,054,019,013,0

  120,091,029,020,0

  200,0140,044,030,0

  390,0270,076,055,0

Nieren

9,1

11,0

16,0

24,0

41,0

Leber

6,4

7,9

13,0

22,0

41,0

Lungen

7,2

9,7

16,0

26,0

48,0

Ovarien

11,0

15,0

23,0

36,0

64,0

*Pankreas

14,0

16,0

25,0

36,0

63,0

Rotes Knochenmark

11,0

15,0

21,0

30,0

52,0

Milz

9,7

11,0

17,0

26,0

46,0

Testes

4,6

6,2

10,0

16,0

32,0

Schilddrüse

7000,0

11000,0

17000,0

36000,0

68000,0

Uterus

12,0

16,0

26,0

40,0

72,0

Anderes Gewebe

9,2

12,0

19,0

31,0

58,0

Effektive Dosis (µSv/MBq)

230,0

350,0

530,0

1100,0

2100,0

Strahlenexposition durch Radionuklidverunreinigungen
Durch Radionuklidverunnreinigung (Iod-125 und TeIIur-121) erhöht sich die effektive Dosis zum Kalibrierungstermin um etwa 0,6% und am Verfalltag um 4%.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der übrigen Hilfsstoffe.
Schwangerschaft.
Bei Patienten mit einem Ösophagusdivertikel oder peptischen Erkrankungen ist von einer Anwendung von 123l-Natriumiodid in Kapseln abzuraten.
Aufgrund seiner galenischen Form ist das Präparat für Untersuchungen von Patienten unter 18 Jahren nicht geeignet.
Relative Kontraindikationen
Patienten unter Amiodoron:
Bei Patienten unter Amiodoron kann die Absorption von lodid durch die Schilddrüse während Monaten nach dem Absetzen immer noch herabgesetzt werden und kann deshalb mit diagnostischen Tests interferieren. Zudem ist Amiodoron ein potentiell vitales Arzneimittel. Eine alternative Diagnosemethode muss in Betracht gezogen werden.
Ist eine Untersuchung mit Radioiod jedoch eindeutig unabdingbar muss diese in enger Zusammenarbeit mit einem Kardiologen geplant und durchgeführt werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Individuelle Nutzen/Risiko Abwägung
Radioaktive Arzneimittel sind mit besonderer Sorgfalt und unter strengen Strahlschutzmassnahmen zu handhaben, um die Strahlenbelastung sowohl bei den Patienten als auch beim Personal möglichst niedrig zu halten.
Jede Anwendung von Radiopharmazeutika an Patienten liegt ausschliesslich in der Kompetenz und Verantwortung eines Arztes oder einer Ärztin.
Untersuchungen sind nur dann angezeigt, wenn der Nutzen einer solchen das mit der Strahlenexposition verbundene Risiko übersteigt. Alternative Behandlungsmethoden bei denen keine ionisierenden Strahlen angewendet werden, sollten in Erwägung gezogen werden. In jedem Fall hat die Verabreichung unter den Kautelen des Strahlenschutzes stattzufinden.
Pädiatrische Bevölkerungsgruppe
Natriumiodid (123-I), Hartgelatinekapseln sind unter Umständen für Patienten unter 18 Jahren nicht geeignet, speziell für Kinder unter 10 Jahren.
Spezifischer Warnhinweis
Dieses Arzneimittel enthält bis 97,4 mg Natrium in jeder Hartgelatinekapsel. Dies ist bei Personen unter Natrium kontrollierter (natriumarmer/kochsalzarmer) Diät zu berücksichtigen.

Interaktionen

Die Aufnahme von Iod-123 kann durch iodhaltige Kontrastmitteln, durch Einnahme von Iod in jeglicher Form, oder durch Schilddrüsenhormone, Thyreostatika oder gewisse andere Arzneimittel, die kürzlich verabreicht worden sind, verringert werden. Der Patient sollte sorgfältig befragt werden bezüglich Ernährung, früherer medikamentöser Behandlungen und Behandlungen mit Kontrastmitteln.
Entsprechende Arzneimittel einschliesslich der unten aufgeführten, sollten vor Verabreichung von Natrium(123I)-Iodid unterbrochen werden:

Arzneimittel / Substanz

Zeitraum nach Absetzen der Substanz, während dem die Iodaufnahme noch beeinflusst wird.

Thyreostatika (z.B. Carbimazol, Propylthiourocil, Thiamazol), Perchlorat

1 Woche

Antikoagulanzien, Antihistaminika, Penicilline, Sulfonomide, Thiopentol, Antiparasitaria, Kortikosteroide,Salicylate, Nitroprussid-Natrium, Bromsulfophtalein

1 Woche

Phenylbutazon

1 - 2 Wochen

Expektorantien und Vitamine

2 Wochen

Lithium, Benzodiozepine, Amiodaron

ca. 4 Wochen

L-Thyroxin, Triiodthyronin

2 - 3 Wochen

Iodhaltige Präparate zur topischen Anwendung

1 - 9 Monate

Intravenöse Röntgenkontrastmittel

1 - 2 Monate

Orale cholecystographische Mittel

6 - 9 Monate

Ölige iodhaltige Röntgenkontrastmittelzur Bronchographiezur Myelo- und Lymphographie

  6 - 12 Monate2- 10 Jahre

Iodhaltige Röntgenkontrastmittel

bis zu einem Jahr

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft
Die Schwangerschaft stellt eine absolute Kontraindikation dar (siehe die entsprechende Rubrik).
Frauen in gebärfähigem Alter
Falls die Verabreichung radioaktiver Arzneimittel an Frauen in gebärfähigem Alter erforderlich ist, sind stets Informationen über eine potentielle Schwangerschaft einzuholen. Jede Frau mit ausgebliebener Menstruation sollte bis zum negativen Nachweis als schwanger betrachtet werden.
Stillzeit
Bevor ein radioaktives Medikament während der Stillzeit verabreicht wird, sollte in Erwägung gezogen werden, ob die Verzögerung der Untersuchung bis zum Ende der Stillzeit vertretbar ist.
Wird die Gabe als notwendig betrachtet, sollte die Stillzeit für mind. 3 Tage unterbrochen und die abgegebene Muttermilch verworfen werden.
Eine Exposition der Schilddrüse des Kindes ist unbedingt zu vermeiden. Die verabreichte Aktivität und die potentiellen Radionuklid-Verunreinigungen sind zu berücksichtigen.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Wirkungen auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen wurden bis jetzt nicht beschrieben und es wurden keine spezifischen Studien durchgeführt.

Unerwünschte Wirkungen

Die Häufigkeit von unerwünschten Wirkungen ist wie folgt definiert:
Sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100 bis <1/10), gelegentlich (≥1/1‘000 bis <1/100), selten (≥1/10‘000 bis <1/1‘000), sehr selten (<1/10‘000) unbekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Datenlage nicht abschätzbar)
Erkrankungen des Immunsystems
Unbekannt: Überempfindlichkeitsreaktionen
Strahlenbelastung wird mit der Entstehung von Krebs in Verbindung gebracht und einer möglichen Entwicklung von erblichen Defekten. Da die effektive Dosis 2,2 mSv beträgt, falls die maximal empfohlene Aktivität von 14,8 MBq verabreicht wird, ist die Wahrscheinlichkeit sehr niedrig, dass diese unerwünschten Wirkungen auftreten.

Überdosierung

Überdosierungen im pharmakologischen Sinne sind aufgrund der für diagnostische Zwecke verwendeten geringen Substanzmengen nicht zu erwarten.
Eine zu hohe Strahlenbelastung durch irrtümliche Überdosierung kann durch Verabreichung nicht radioaktiven Natriumiodid, Kaliumperchlorat oder häufige Blasenentleerung reduziert werden. Die vom Patienten ausgeschiedene Radioaktivität erfordert geeignete Massnahmen, um jegliche Kontaminierung zu vermeiden (siehe „Strahlenschutzhinweis“).
Inkompatibilitäten
Um die Stabilität des Radiopharmazeutikum nicht zu beeinflussen, darf es nicht mit anderen Arzneimitteln verabreicht werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: VO9FXO2
Physikalische Eigenschaften
lod-123 ist ein Zyklotron-Produkt mit einer physikalischen Halbwertszeit von 13,2 Stunden. Es zerfällt unter Aufnahme eines Elektrons zu Te-123 und unter Emission von Gammaquanten mit einer Energie von 159 keV (83%), 440 keV (0,4%) und 529 keV (1,4%).
Pharmakodynamik
Natriumiodid wird von der Schilddrüse rasch aufgenommen. lodid dient als Baustein der Schilddrüsenhormone Tetraiodthyronin (Thyroxin, T4) und Triiodthyronin (T3) nach oxidativem Einbau in Thyrosin und Kopplung an Thyronin. T3 und T4 werden in Thyreoglobulinbindung im Kolloid der Drüsenfollikel gespeichert bzw. frei an den Blutstrom abgegeben, wo sie zu über 99% an Serumproteine, vorwiegend an Thyroxinbindendes Globulin (TBG), aber auch an Präalbumin und Albumin gebunden werden. Nur die freien Hormone sind biologisch aktiv. Das T3, das zu einem grossen Teil zusätzlich peripher aus T4 entsteht, ist stärker wirksam als T4, hat jedoch eine wesentlich kürzere Halbwertszeit (1-2 Tage gegenüber 6-8). Nach metabolischem Aufbau der Hormone steht das Iod erneut zur Aufnahme in der Schilddrüse zur Verfügung, bzw. es wird vorwiegend über den Urin ausgeschieden.
Die lodspeicherung in der Schilddrüse ist vom Funktionszustand und vom lodgehalt des Organs abhängig, und ihre Messung erlaubt, den lodumsatz bei Schilddrüsenerkrankungen direkt diagnostisch zu erfassen.
Pharmakodynamische Wirkungen von 123l-Natriumiodid sind aufgrund der geringen verabreichten Mengen nicht zu erwarten.

Pharmakokinetik

Absorption
Nach oraler Gabe wird 123l-lodid im oberen Abschnitt des Gastrointestinaltraktes rasch und nahezu vollständig resorbiert (90% innerhalb von 60 Minuten).
Distribution
Der Wirkstoff verteilt sich im extrathyreoidalen Kompartiment; es wird in geringen Mengen in den Speicheldrüsen, der Darmmukosa, im Plexus choroidei, in der Plazenta und in der Muttermilch nachgewiesen. Die Schilddrüse nimmt lodid bei der ersten Blutpassage zu etwa 20% auf. Die maximale lodidkonzentration in der Schilddrüse wird innerhalb von 24-48 Stunden nach Einnahme der Kapsel erreicht, wobei nach 5 Stunden ungefähr die halbmaximale Konzentration erreicht wird. Diese Werte können sich jedoch je nach Alter des Patienten, Funktionsstand der Schilddrüse, Grad der renalen Ausscheidung und Natur anderer gleichzeitig verabreichter Medikamente ändern. Unter normalen Umständen beträgt die lodid-Clearance der Schilddrüse etwa 5-50 ml/min.
Bei lodmangel kann diese bis auf 100 ml/min ansteigen und bei einer lodübersättigung der Schilddrüse auf 2-5 ml/min absinken.
Die Halbwertszeit der lodid-Eliminierung aus der Schilddrüse bei einer Euthyreose beträgt 60 Tage, so dass die physikalische Halbwertszeit von 123I den Zeitpunkt für die Darstellung bestimmt.
Die effektive Halbwertszeit von 123l beträgt bei Patienten mit normaler Hormonproduktion 13,08 Stunden; bei hyperthyreoten Patienten 12,85 Stunden.
Elimination
123I-lodid wird hauptsächlich renal (37-75%) und fäkal (10%) eliminiert. Die Exkretion über die Haut ist vernachlässigbar gering.
Die Nierenclearance beträgt etwa 3% der lodid-Passage durch die Nieren.
Kinetik spezieller Patientengruppen
Bei Hypothyreose und Funktionsstörungen der Nieren ist die Clearance erniedrigt, bei Hyperthyreose erhöht. Eine in unmittelbarer zeitlicher Nähe zur Verabreichung des Präparates erfolgte Nahrungsaufnahme kann die
Resorption von 123I verzögern.

Präklinische Daten

Nach oraler Gabe einer Einmaldosis von Natriumiodid an Ratten und Mäuse beträgt die LD50 ca. 4340 mg/kg bzw. 1000 mg/kg. Nach intravenöser Applikation an Ratten und Hunde beträgt sie 1060 mg/kg bzw. 760 mg/kg. Diese Dosen liegen etwa 6 Grössenordnungen über den in der Klinik üblichen Einzeldosen. Untersuchungen zur Toxizität bei wiederholter Applikation und zur Reproduktionstoxizität liegen nicht vor. Die Mutagenität und das kanzerogene/onkogene Potential von 123l-Natriumiodid wurden nicht untersucht.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten
Um die Stabilität des Radiopharmazeutikums nicht zu beeinflussen, darf es nicht mit anderen Arzneimitteln verabreicht werden.
Haltbarkeit
24 Stunden nach Kalibrierung.
Nicht nach Ablauf des auf dem Behälter mit EXP angegebenen Verfalldatums anwenden.
Besondere Lagerungshinweise
Unter Beachtung der für Radiopharmazeutika geltenden Vorschriften vor unbefugten Zugriffen gesichert, bei Raumtemperatur 15-25 °C aufbewahren.
Arzneimittel fur Kinder unzugänglich aufbewahren!
Strahlenschutzhinweis
Die Anwendung radioaktiver Stoffe am Menschen ist in der Schweiz durch die letzte gültige Version der Strahlenschutzverordnung gesetzlich geregelt. Entsprechend ist für die Anwendung von Radiopharmazeutika nur autorisiert, wer über die erforderliche Bewilligung des Bundesamtes fur Gesundheit verfügt. Beim Umgang mit
radioaktiven Stoffen sowie bei der Beseitigung radioaktiven Abfalls sind die Schutzvorkehrungen oben erwähnter
Verordnung zu beachten, um jede unnötige Bestrahlung von Patienten und Personal zu vermeiden. Es wird empfohlen, die Kennzeichnungsetiketten vor der Entsorgung zu entfernen.

Zulassungsnummer

55261 (Swissmedic)

Packungen

Packungen zu 1 Kapsel.
123I-Natriumiodid GE Healthcare, Hartgelatinekapseln sind in Fläschchen in Aktivitäten von 3,7 - 7,4 - 11,1 - 18,5 - 37 MBq / Kapsel am Kalibrierungstermin (genaue Aktivität siehe Fläschchenetikette) abgepackt.
Die Fläschchen werden in Bleibehältern geeigneter Dicke geliefert.
Abgabekategorie A.

Zulassungsinhaberin

GE Healthcare AG
CH-8152 Opfikon

Stand der Information

September 2011

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